Mit selber gebackenen Kuchen nach schlesischer Art und Kaffee begrüßten die Frauen aus dem Verein zu nachmittäglicher Stunde die Besucher der Hauptversammlung und sorgten so für eine gemütliche Atmosphäre. Stehend gedachten die Versammelten der im abgelaufenen Vereinsjahr aus dieser Welt abberufenen Mitglieder. Wenig später stellte der Vorsitzende dann aber auch Mitglieder vor, die neu in den Schlesierverein eingetreten sind.
Dem Rückblick auf die Arbeit des abgelaufenen Jahres von 2. Vorsitzender Käthe Titze war zu entnehmen, dass die aus Schlesien stammenden Freilassinger und ihre Nachkommen im Schlesierverein oft und gerne zusammenkommen. Regelmäßige Heimatnachmittage das Jahr über, ein Ausflug nach Kärnten, ein Sommerfest in der Saalachau, ein schlesisches Eisbeinessen, schlesische Kirmes mit Erntedank und eine stimmungsvolle Adventfeier gehörten zum Jahresprogramm, das bei den Mitgliedern großen Anklang fand.
Dank der ehrenamtlichen Mitarbeit vieler Mitglieder und dank finanzieller Förderer stellt der Verein Jahr für Jahr ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm auf die Beine. Das ging auch aus dem Kassenbericht von Helmut Koschel hervor. Zwar haben die Schlesier im abgelaufenen Jahr ein paar Hunderter mehr ausgegeben als eingenommen, ihre Finanzen sind aber geordnet. Das bescheinigte auch Revisor Werner Kalkowski. Seinem Vorschlag, die Vorstandschaft zu entlasten, folgte die Versammlung ohne Gegenstimme.
Die Neuwahlen der Vorstandsmitglieder leitete Dieter Moosleitner zusammen mit 2. Bürgermeister Karlheinz Knott und Stadtrat Franz Krittian. Dabei wurde 1. Vorsitzender Eberhard Ludwig, der den Verein seit Jahrzehnten leitet, ohne Gegenstimme in schriftlicher und geheimer Abstimmung im Amt bestätigt. Mit Käthe Titze als 2. Vorsitzender und Siegfried Mai als 3. Vorsitzenden stellten ihm die wahlberechtigten Mitglieder bewährte Leute zur Seite.
Zum Schriftführer wurde Kurt Starke gewählt, zum 1. Kassier Fritz Reisecker und zur 2. Kassierin Maria Holleitner. Kulturreferentin ist erneut Christa Dietrich. Als weitere Mitglieder des Vorstandes wurden Karl Kimmel, Günter Titze, Leopoldine Ludwig, Julie Kupka und Hildegard Mai gewählt. Die Wahl der Kassenprüfer fiel auf Antonie König und Ernst Zimprich.
In der neu gewählten Vorstandschaft fehlt ein Mann, der seit Jahrzehnten die Arbeit des Schlesiervereins Freilassing zuverlässig mit geprägt hat: Der bisherige Kassier Helmut Koschel hat aus Altersgründen nicht mehr kandidiert. Vorsitzender Ludwig überreichte ihm in Anerkennung seiner besonderen Verdienste unter Beifall die Ernennungsurkunde zum Ehrenmitglied.
2. Bürgermeister Karlheinz Knott war einer der ersten Gratulanten. Er überbrachte die Grüße des terminlich verhinderten Bürgermeisters Josef Flatscher und würdigte die im Schlesierverein geleistete ehrenamtliche Arbeit. Dank des Engagements vieler Mitglieder sei der Schlesierverein zu einer besonders aktiven Vereinigung geworden, die den Zusammenhalt fördere und sich gut ins Leben der Stadt einbringe. 14 Millionen Deutsche hätten sich nach dem Zweiten Weltkrieg eine neue Heimat suchen müssen, darunter viereinhalb Millionen Schlesier, erinnerte Knott.
Vorsitzender Ludwig versicherte, seine aus Schlesien stammenden Landsleute fühlten sich in Freilassing und dem Berchtesgadener Land gut aufgenommen. Sie würden allerdings auch den unfreiwilligen Abschied aus der alten Heimat nie vergessen.
Nach Erledigung der Regularien mündete die Hauptversammlung in einen gemütlichen Teil, in dem Kulturreferentin Christa Dietrich mit Gedichten und Geschichten aus der alten Heimat und in schlesischer Mundart vorgetragen großen Anklang fand.
Die Schlesier fühlen sich wohl in Freilassing
Freilassing (oo). Eberhard Ludwig leitet weiterhin als 1. Vorsitzender den Schlesierverein Freilassing. Das ist das wichtigste Ergebnis der Jahreshauptversammlung mit satzungsgemäß fälligen Neuwahlen, die im voll besetzten Saal des Diakoniehauses an der Laufener Straße stattfand.
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