Bürgerstiftung ist das Aushängeschild der Sparkasse

Berchtesgadener Land (lam). Die Bürgerstiftung ist das Aushängeschild der Sparkasse Berchtesgadener Land. Mehr als 500.000 Euro hat das heimische Geldinstitut seit der Gründung der Stiftung vor acht Jahren in der Region verteilt: an Sportvereine, Musikkapellen, für den Umweltschutz und natürlich an Bedürftige. "Einer alleinerziehenden Mutter mit behinderten Kindern war zum Beispiel mit einem Herd geholfen", sagt Stiftungsvorsitzender Helmut Grundner, der gleichzeitig stellvertretender Direktor der Sparkasse BGL ist. Gemeinsam mit den Direktoren Josef Schlosser und Alexander Gehrig sowie Landrat Georg Grabner informierte er am Donnerstag über das soziale Engagement und die Bedeutung der Sparkasse für die Region.
Die Bürgerstiftung der Sparkasse hat im vergangenen Jahr 33 Projekte mit insgesamt 66.000 Euro unterstützt. Als die Stiftung 2004 gegründet wurde, lag das Grundstockvermögen bei 500.000 Euro. Dank Finanzspritzen der Sparkasse und von Privatpersonen ist diese Summe mittlerweile auf 1,74 Millionen Euro gestiegen. Darin enthalten sind auch 250.000 Euro, die das Geldinstitut erst am Donnerstag der Bürgerstiftung überreicht hat.

Das Grundstockvermögen wird angelegt, und die Zinsen, die dadurch anfallen, werden für die verschiedenen Projekte verwendet, informiert Helmut Grundner. Welche Vereine und Menschen einen Scheck erhalten, entscheidet der Stiftungsrat, der sich sechs- bis achtmal pro Jahr berät. In Frage kommen zum Beispiel Projekte der Jugend- oder Altenhilfe.

Um mit dem Geld der Stiftung auch unbürokratisch und schnell helfen zu können, verfügt das Bayerische Rote Kreuz über einen Pott von 20.000 Euro. Damit werden zum Beispiel die Kosten für einen Schulausflug beglichen, den sich manche Eltern sonst nicht leisten könnten. Wer Hilfe braucht, kann sich auf verschiedenen Wegen an die Bürgerstiftung wenden: Landratsamt, BRK oder Diakonie sind drei Anlaufstellen.

Im vergangenen Jahr hat die Sparkasse selbst zudem 24.000 Euro an die Kinderkrebshilfe gespendet. Dadurch können kranke Kinder aus dem Berchtesgadener Land die "Sonneninsel" in Seekirchen am Wallersee nutzen. Das Nachsorgezentrum im österreichischen Flachgau soll heuer in Betrieb gehen. Das nächste deutsche Nachsorgezentrum liegt in Heidelberg und ist somit rund 500 Kilometer vom Berchtesgadener Land entfernt.

"Aus der Region,

für die Region"

Insgesamt hat die Sparkasse Berchtesgadener Land im vergangenen Jahr circa zehn Prozent ihres Gewinns gespendet, gesponsert oder gestiftet: 765.000 Euro. Darin sind 140.000 Euro für die Wirtschaftsförderungsgesellschaft BGL enthalten. Die Sparkasse beteiligt sich zu 45 Prozent an den Betriebskosten der WFG; die restlichen 55 Prozent begleicht der Landkreis.

Engagement in der Region schreibt das Geldinstitut groß: "Wir verwenden das Geld aus der Region, und in der Region kommt es wieder zum Einsatz", betont Direktor Josef Schlosser, der seit Januar 2011 im Amt ist. Um diese Aussage zu bekräftigen, nennt er die 1,5 Millionen Euro Gewerbesteuer, die die Sparkasse an die Kommunen im Berchtesgadener Land für das Jahr 2011 voraussichtlich überweisen wird. Zudem würden ausschließlich heimische Firmen die Aufträge für die Renovierung der Geschäftsstellen erhalten. "Nur wenn eine Leistung gar nicht angeboten wird, gehen wir über die Landkreisgrenzen hinaus", sagt Direktor Schlosser. Im vergangenen Jahr hat die Sparkasse für 1,8 Millionen Euro die Filialen in Surheim, Karlstein und Mitterfelden sanieren lassen.

Dabei wurde auch der Energieverbrauch der Gebäude optimiert, wie Direktor Alexander Gehrig informiert. In Zusammenarbeit mit heimischen Firmen wurden im vergangenen Jahr zudem 17 sogenannte E-Scouts ausgebildet, die Interessierte über die energetische Sanierung von Häusern informieren (wir berichteten). Mit der ersten Tankstelle für Elektroautos in Bad Reichenhall, die auf dem firmeneigenen Kundenparkplatz entstehen soll, will sich die Sparkasse BGL im Umweltschutz engagieren.

Energiepreis

Und um dieses Engagement zu verdeutlichen, ruft sie den ersten "Sparkassen-Energiepreis" aus. Damit sollen Projekte gewürdigt werden, die das Ziel des Landkreises Berchtesgadener Land, bis 2030 energieautark zu werden, unterstützen. Teilnehmen können Privatpersonen, Unternehmen, Kommunen sowie Organisationen und Initiativen. Eine Fachjury kürt dann zusammen mit den Bürgern, die online abstimmen können, das beste Projekt. Der Energiepreis ist dotiert mit 5.000 Euro, der Zweitplatzierte erhält 3.000 und der Drittplatzierte 1.500 Euro. Nähere Informationen zur Teilnahme gibt es auch online unter www.sparkasse-bgl.de.
Artikel vom 03.02.12
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