Altbayerische Heimatpost
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Mir schaun de Leit aufs Mei

Fasching

Da traditionelle Fasching in Bayern, so wia er no vor dreißg Johr war, is nimma.
Ollahand is seitdem passiert. De großn Umzüg und Paradn san Sparmaßnahma zum Opfer gfoin. Bei uns im Gäu is zweng am schweren Unfoi und aa aufgrund vo Behördnmaßnama da Gaudi a Riegl vorgschom worn, der olln Beteiligtn d’Lust gehörig versaut hot. Den Wogn vo da Burschnschaft hot d’Polizei nach am Umzug im Nachbarlandkreis vo da Straß weg konfisziert. Da Umzugswogn is ois net TÜV-gerecht oda sogn ma amoi ois net verkehrstüchtig eigstuft worn. Dabei hom mir de Burschn, de den Wogn baut hom, versichart, dass mit eahnam Fahrzeug nix passiern ko: „Der is so stabil baut, wia de meistn Transporta net“. Oba mit da lustign, nossn und dezibelintensivn Hinfahrt und Hoamfahrt üba de Dörfa war’s dann aa nix mehr, und so hom olle Beteiligtn privat oreisn oda zehn Kilometa z’Fuaß nehmher laffa miassn. Da ganze Spaß war demnoch mit de erschwerten Auflagen vorbei und so hom se de Burschen nimma zum mitmacha bewegn lassn.
Vorbei dann aa de Zeitn, wo se de lokaln Journalistinnen ois Hexn verkleidet aufm Landratsamtsboi hom eigschlicha. Nur da Doktor Erdmann, seines Zeichens Chefarzt da Gynäkologischn, hot hinta den grauslign Fratzn und da Oma ihrm Gartngwand schöne Fraun vermutet. Bis auf d’Straß is er uns no nochgloffa und woit uns d’Maskn owireissn. A Frauenarzt hot hoit an Blick füar’s Innere da greislign Larvn, sei tägliche Arbat. Es hot sauba Spaß g’macht, unsam Landtagsabgeordnetn mit’m Besn oane aufm Oasch haun und schaun, wer mit wem im hintastn Eck da Bar so ois umananda knutscht. Uns hot’s fast z’rissn vor lacha, weil lang neamd irgendwos gspannt hot. Net amoi unsa eigna Kollege unsa Fotograf hot’s g’merkt, wer hinta de furchtbarn Larvn se vabirgt, und so warn mir am nächstn Tog ois „de scheenstn Hexn“ in da Zeitung.
Da eigentliche Sinn vo am Maschkara is ja, dass oan koana erkenna ko und ma so sein Schabernack treibm ko – doch dös is bei uns verlorn ganga. As Politikaderblecka passiert bei uns jiatzt zuar Starkbierzeit und nimma im Fasching. In de Hochburgen Mainz und Köln is dös no andas. Ois ogsogt bliem vo da oidn Tradition san eigentlich nur mehr de klassischn Feierwehrbälle und de „Weißn Feste“ in Schwabing. Tanzn wui eh kam no oana, und as bloße Saufa ko ma ja aufm Oktobafest – und se dazua verkleidn aa.
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Mehr über das Leben und die Menschen in Bayern lesen Sie in der nächsten Ausgabe der Altbayerischen Heimatpost