Mit Disziplin und Ehrgeiz zum Erfolg

Als kleiner Lausbub auf der Suche nach Unsterblichkeit spielte sich Markus Krojer in "Wer früher stirbt ist länger tot" (2005) in die Herzen der Kinobesucher. Seitdem geht es für den heute 16-Jährigen im bayerischen Filmgeschäft steil bergauf. Aber auch außerhalb Bayerns ist man schon auf sein schauspielerisches Talent aufmerksam geworden und so steht er nun für seinen ersten hochdeutschen Kinofilm vor der Kamera.
Mit seiner Rolle als Sebastian in "Wer früher stirbt ist länger tot" spielte sich Markus Krojer 2005 in die Herzen der Kinobesucher. (Foto: BR/Hartmann)
Erste Hauptrolle mit elf Jahren

Den pausbäckigen kleinen Sebastian Schneider, der auf einer selbst gebauten Maschine versucht, einen Hasen wiederzubeleben, hat wohl jeder, der "Wer früher stirbt ist länger tot" im Kino oder mittlerweile im Fernsehen gesehen hat, bestens in Erinnerung. Mit seinen elf Jahren spielte Markus Krojer seine Rolle so authentisch und überzeugend, das nicht nur die bayerische Filmwelt von seinem Talent begeistert war. Dabei kam er nur aus Zufall zu dieser Rolle: "Meine Tante in München wurde informiert, dass in ganz Bayern ein Bub für den Film gesucht wird, der auch musikalisch ist", erinnert sich Krojer. "Ich selbst spiele schon sehr lange Instrumente, also habe ich mich beworben und die ganzen Castings durchlaufen, ich musste vorspielen und bayerisch reden. Und irgendwann habe ich die Nachricht bekommen, dass ich die Rolle spielen darf."

Seither ist Markus Krojer ein gefragter Jungschauspieler, der immer wieder für große Projekte gebucht wird. Es folgten die Fernsehfilme "Rettet die Weihnachtsgans" (2006) und "Hilfe, meine Schwester kommt" (2007). Und auch sein Entdecker Marcus H. Rosenmüller konnte der Zusammenarbeit mit Krojer in "Wer früher stirbt ist länger tot" nur Gutes abgewinnen und so engagierte er ihn auch wieder für die Hauptrolle seines Kinofilms "Die Perlmutterfarbe" (2008).

Nun könnte man meinen, bei all dem Stress, den der Jugendliche während der Filmdrehs hat, würde irgendetwas zu kurz kommen, sei es nun die Schule oder seine Freizeit. Nicht jedoch bei Markus Krojer: "Es bleibt auf jeden Fall sehr viel Zeit für andere Sachen. Ein Filmdreh geht ja immer über ein bis zwei Monate und währenddessen habe ich für nichts anderes Zeit. Aber wenn ich wieder daheim bin, geht wieder der ganz normale Alltag los. Sicher ist immer die Verbindung zur Agentin da oder man muss Fotos machen oder Autogramme schreiben. Aber ich habe trotzdem viel Freizeit, spiele im Fußballverein, treffe mich mit Freunden und war im Winter sehr viel beim Skifahren."

Bessere Noten trotz Schauspielerei

Auch die Schule leidet laut Krojer nicht unter der Schauspielerei, im Gegenteil, in manchen Fächern seien seine Noten sogar besser geworden. Der junge Schauspieler besucht die 10. Klasse des neu eingeführten achtstufigen Gymnasiums und hat daher sehr viele Stunden und Nachmittagsunterricht. Doch mit für einen 16-Jährigen außerordentlich viel Disziplin und Ehrgeiz ist auch das kein Problem für Krojer: "Die Voraussetzung für einen Filmdreh ist immer, dass ich den verpassten Stoff unmittelbar nach Drehende nachhole. Ich achte auch immer darauf, dass ein Teil der Dreharbeiten in die Ferienzeit fällt, damit ich nicht zuviel Schulstoff versäume."

Der erfolgreiche Abschluss des Gymnasiums ist ihm sehr wichtig, denn trotz seines derzeitigen Erfolges, sieht er eine Zukunft als Schauspieler realistisch: "Ich habe erst letztens wieder einen Bericht gesehen, in dem es darum ging, wie schwer es ist, von der Schauspielerei zu leben, weil man kein monatliches Gehalt bekommt und von den Aufträgen leben muss", so Krojer. "Ich weiß nicht, ob ich das überhaupt schaffen würde und vielleicht interessiert mich auch mal etwas anderes." Aber wenn schon etwas anderes, dann müsste es trotzdem ein künstlerischer Beruf sein, entweder beim Film oder in der Musik. In seiner Freizeit schneide er sogar selbst Filme. Außerdem spielt der talentierte Jugendliche Klavier, Schlagzeug und E-Gitarre, komponiert selbst und spielt in der Big Band seines Gymnasiums.

Noch sieht es allerdings ganz und gar nicht danach aus, dass Markus Krojer einmal auf sein zweites Standbein ausweichen muss, denn er ist als Schauspieler sehr gefragt. Außerdem mache ihm die Schauspielerei sehr viel Spaß, weshalb er sich schon vorstellen könne, das auch in Zukunft zu machen.

Dazu sei es aber auch wichtig, gutes Hochdeutsch sprechen zu können, so Krojer. Zwar sei ihm der Dialekt sehr wichtig, schließlich rede er überall bayerisch, ob in der Schule, zu Hause oder mit Freunden, aber: "Ich nehme jetzt Unterricht in Hochdeutsch. Die meisten Filmproduktionen sind in hochdeutsch, deshalb ist es schon ein Hindernis, wenn man es nicht richtig sprechen kann. Ohne Hochdeutsch ist es schwieriger, den Beruf als Filmschauspieler auszuüben."

Neuer Kinofilm "Bastard" in hochdeutsch

Nachdem er vor kurzem noch als junger Reinhold Messner im Kinofilm "Nanga Parbat" zu sehen war, bereitet er sich nun auf seine erste Hauptrolle in hochdeutsch vor. Im März und April wird er für die Rolle des Leon im Film "Bastard" (Kinostart 2011) vor der Kamera stehen. Eine ganz neue Herausforderung für den jungen Schauspieler, denn zum einen wird fernab von der bayerischen Heimat in Köln gedreht und zum anderen spielt er eine sehr anspruchsvolle Rolle. Er spielt den psychisch labilen 13-jährigen Leon. Als dieser erfährt, dass er adoptiert ist, macht er sich auf die Suche nach seiner leiblichen Mutter. Er findet sie und ihre neue Familie, entführt den achtjährigen Sohn und reklamiert dessen Platz in der Familie. Aber auch auf diese Herausforderung freut sich Markus Krojer und hofft, nach seinen Erfolgen mit dem bayerischen Dialekt, nun auch mit Filmen in hochdeutsch durchstarten zu können.

(Text: Simone Kainhuber)
Artikel vom 12.03.10
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