In dem zum Bistum Augsburg zählenden Krumbach bildet die Stadtpfarrkirche St. Michael nicht nur den Mittelpunkt der Stadt. Der imposante Rokoko-Bau des Gotteshauses aus dem 18. Jahrhundert birgt ein lange gehütetes Geheimnis. Es handelt sich um einen besonderen Gedenkschrein im Gotteshaus, der dem hl. Valentin gewidmet ist. Dieser Heilige, das einstmals damit verbundene Brauchtum und unzählige Legenden stehen im Hintergrund des Mitte Februar eines jeden Jahres gefeierten Valentinstages. Allerdings ist der "Tag der Verliebten" inzwischen recht verweltlicht und verhilft eher Blumengeschäften, Parfümerien und dem Süßwarenhandel zu ansehnlichen Umsätzen.
Schrein in der Predella
Im Barock hat der religiöse Brauch seinen Ursprung, den plastisch geschmückten Unterbau eines Altars, die so genannte Predella, als Reliquienschrein zu nutzen. So geschah es auch in der St. Michaels - Kirche Krumbach, unweit von Babenhausen gelegen. In beiden Seitenaltären erblickt der Kirchenbesucher je einen verglasten Neurokoko-Schrein. Der rechte enthält eine Reliquiensammlung von 48 Heiligen, davor befinden sich in heiligen Gefäßen Kranken-Öl, Chrisam-Öl und Katechumenen-Öl.
Dem linken, nördlich gelegenen Altar, geweiht der Rosenkranzkönigin, die auf dem Altarbild mit dem göttlichen Kind auf dem Arm zu sehen ist, kommt eine besondere Bedeutung zu. In der Predella dieses Altars werden in einem weiteren Schrein die sterblichen Überreste einer Gestalt in Bischofskleidung sichtbar. Einem Schneewittchensarg ähnelnd, befinden sich hinter Glas die Gebeine des hl. Valentin zu Terni. Der Reliquienleib dieses Bischofs sowie ein Gefäß mit dem Blut des Heiligen Märtyrers stammen nachweislich aus den Katakomben in Rom. Dokumente und Urkunden belegen, "dass ein venezianischer Adliger namens Joannes Delfin die Reliquien 1736 als "außergewöhnliche Schenkung" über die Alpen nach Krumbach ins Bistum Augsburg überführen ließ. Hier ruht der Corpus, versehen mit Lorbeerblättern als Symbole des Sieges und Ruhmes sowie mit einem sinnbildlich wintergrünen, beständigen Palmenzweig zur Erinnerung an den Einzug Jesu in Jerusalem. "Augsburger Nonnen", so schreibt die Autorin, "bestickten ein festliches Ornat, in das die Gebeine gehüllt wurden". Vermutlich handelt es sich um die "echten" Reliquien des Heiligen, was aber viele Wissenschaftler im Hinblick auf andere Zeugnisse nicht endgültig zu bestätigen wagen.
Festliche Orchestermesse
Der Krumbacher Komponist Thomas Bäurle, als Liebhaber klassischer Musik zur Stammbesetzung des Kirchenorchesters in Krumbach gehörend, hat im Vorjahr in Uraufführung "für das seit einigen Jahren wieder gefeierte Valentinsfest auf Wunsch von Kirchenmusiker Michael Dolp eine lateinische Orchestermesse komponiert", wie man in der Pfarrei erfreut berichtet. Michael Dolp erläutert dazu:"Die "Missa in honorem Sancti Valentini" für Chor, vier Solisten, Streicher, zwei Trompeten, Pauken und Orgel ist im frühklassischen Stil gehalten und passt daher zu der Zeit, in der die Stadtpfarrkirche St. Michael erbaut und die Reliquien des Katakomben heiligen dort aufgebahrt wurden". Unter der Gesamtleitung des Kirchenmusikers Dolp werden von nun an immer zum Festtag des Valentin der Kirchenchor, die Chorgemeinschaft Liederkranz und das Kirchenorchester "die eigens für die Stadtpfarrkirche St. Michael gedachte Messe zu Gehör bringen". Der zeitgenössische Komponist Bäurle komponierte diese Orchestermesse zur Erinnerung an den Heiligen und betrachtet sie als symbolisches Feiertagsgeschenk an die Gemeinde. "Für glückliche Momente der Erbauung und Entspannung vom Alltagsstress zu sorgen", ist für Bäurle schon immer "eine der vornehmsten Aufgaben von Musik überhaupt", und das bestätigt sich in der "Missa in honorem Sancti Valentini" aus aktuellem Anlass auch in diesem Jahr erneut.
Aus dem Heiligenkalender gestrichen
In Folge der Reform des römischen Generalkalenders ist der hl. Valentin zwar aus dem katholischen Heiligenkalender verschwunden. Dennoch trug seine Volkstümlichkeit dazu bei, dass er mittlerweile zur Erinnerung neben zwei anderen Heiligen an seinem Gedenktag auf vielen Kalenderblättern besonders der Bauernkalender wieder zu finden ist.
So scheint dieser Bischof Valentin erst recht nach dem Zeitpunkt seiner Verleugnung im Kalendarium immer populärer zu werden, wenn man an den schönen und sehr verbreiteten Brauch denkt, dass sich am 14. Februar eines jeden Jahres Verliebte und Freunde gegenseitig beschenken und erfreuen.
Sich zum Frühlingsbeginn Blumen zu überreichen und Freundschaften zu schließen, geht bereits auf die Göttin Juno zurück, der man die Gründung und den Schutz der Familie "zuerkannt" hatte. Zur Mitte des Monats Februar feierten die Menschen nach heidnischer Sitte das Ende des Winters und die "Hochzeit der Vögel" als Festtage und verzehrten vermeintlich Glück verheißende Gebildebrote.
Da Menschen überliefertem, altem Brauchtum üblicherweise eng verbunden bleiben, verflochten sie in den frühen Jahren des Christentums noch heidnische Gepflogenheiten mit dem Leben und Wirken der ersten Märtyrer, wie es bei Valentin der Fall war.
Blumengeschenke des hl. Valentin
Etwa um das Jahr 175 wurde der hl. Valentin in der römischen Präfektur Terni (seinerzeit "Interamnis" genannt) geboren. Damals regierte Kaiser Marc Aurel (161-180). Schon in jungen Jahren wählte man vermutlich Valentin für die ersten christlichen Gemeinden im Nera-Tal zum Bischof zu Terni. Trotz aller Verbote durch den Kaiser predigte der Heilige unermüdlich das Christentum, traute Liebespaare, darunter auch Legionäre, im christlichen Glauben. Wunderheilungen an Blinden blieben
Der hl. Valentin stellte die Liebe über das Gesetz
"In keinem anderen Namen werden - außer an Weihnachten vielleicht - so viele Geschenke überreicht und Liebesschwüre ausgesprochen wie im Namen des hl. Valentin", meint Elisabeth Möst, Autorin des Büchleins "Der heilige Valentin - Patron der Liebenden". "Er ist einer der populärsten Heiligen überhaupt. Weltweit heißt es am 14. Februar: "Alles Liebe zum Valentinstag". Schon im Mittelalter waren viele Bräuche rund um diesen Tag bekannt - die meisten drehten sich um Paare und Verliebte".
Junge Volksmusikanten spielten auf
Elf junge Volksmusikanten-Gruppen traten zum Abschluss des Wettbewerbes der Altbayerischen Heimatpost „Volksmusik lebt!“ im ausverkauften Traunreuter k1 auf.
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