Berge unserer Heimat

Die heimischen Berge liegen bei vielen direkt vor der Haustüre und laden zum Wandern und Verweilen ein. Eine Auswahl von acht leicht erreichbaren Gipfeln spannt sich vom Breitenstein im Mangfallgebirge im Westen bis zum Hochgern in den Chiemgauer Bergen im Osten. Es sind Gipfel, die bis auf den Geigelstein, zu Fuß erklommen werden müssen, der eine ist leichter zu besteigen, der andere schwieriger. Alle Gipfel warten aber mit einer sehr schönen Aussicht auf, so dass sich ihre Besteigung auf jeden Fall lohnt.
Alpenrosen auf der Klausen mit den Chiemgauer Bergen.
Breitenstein, Mangfallgebirge, 1624 Meter

Steile, felsige Nordwände prägen den Breitenstein, aber problemlos führt ein Weg vom Jenbachtal auf den Gipfel. Vom 830 Meter hoch gelegenen Parkplatz am Ende der Mautstraße hinter Bad Feilnbach geht es los. Ohne wesentliche Steigung wird auf 890 Meter Höhe die Wirtsalm passiert. Die 1542 Meter hoch gelegene Hubertus-Hütte mit schönen Blick in die Schlierseer Berge ist nach zweieinhalb Stunden erreicht. Nach einer weiteren halben Stunde steht man auf dem Gipfel und hat eine sehr schöne Aussicht zum Wendelstein, zu den Tegernseer Bergen und in die Zentralalpen.

Kranzhorn, 1366 Meter

Der kleine Inntalberg Kranzhorn überrascht mit einem sehr schönen Tiefblick in das Inntal. Vom 490 hoch gelegen Parkplatz bei Windshausen sind aber, trotzdem der Berg nicht zu hoch ist, beachtliche 880 Höhenmeter zu überwinden, ehe nach etwa drei Stunden Gehzeit der Gipfel erreicht ist. Auf 1230 Meter wird die Kranzhornalm, später eine kleine Kapelle passiert und knapp vor Erreichen des Ziels ist es kurz etwas ausgesetzt, ehe der Gipfel mit einem bayerischen und einem tirolerischen Gipfelkreuz erreicht ist.

Große Traithen, 1852 Meter

Noch 14 Meter höher als der weitbekannte Wendelstein ist der Große Traithen, er ist damit der höchste der bayerischen Inntalberge. Doch wenn man die Wanderung beim Parkplatz unter dem Gasthaus an der Rosengasse beginnt, ist man schon 1060 Meter hoch. Über den Sattel an der Jägerwand und den Sattel des Kleinen Traithens (1640 m) erreicht man nach etwa drei Stunden den Gipfel. Der Weg zum Gipfel ist allerdings etwas für geübte und konditionsstarke Bergwanderer, er führt steil durch eine felsige und rutschige Latschengasse hinauf. Oben wird man mit einer grandiosen Aussicht belohnt.

Pendling, 1536 Meter

Dominant in das Inntal blickt mit seinen Steilabbrüchen der 1536 Meter hohe Pendling. Man glaubt gar nicht, dass man ihn ohne weiteres besteigen kann, aber vom österreichischen Thiersee führt ein gut begehbarer Steig hinauf. Beim Gasthof Schneeberg in Hinterthiersee beginnt auf 970 Meter Höhe die Wanderung, steil und ziemlich direkt geht es aufwärts. Hat man diese Steilstufe überwunden geht es auf einem breiten Weg zum Gipfel, der nach insgesamt zwei Stunden Gehzeit erreicht ist. Dort lädt das Kufsteiner Haus zur Brotzeit ein und das Auge erfreut sich an einer umfassenden Aussicht.

Klausenberg, 1554 Meter

Der Klausenberg ist ein eher stiller Gipfel im Hochriesgebiet. Schade ist, dass die früher beliebte Einkehr Klausenhütte kurz unter dem Klausengipfel seit Jahren geschlossen ist. Der Gipfel bietet aber einen schönen Blick zur Hochriesgruppe, zu Geigelstein und Kaisergebirge und in die Tauern, Richtung Norden auf Chiemsee und Simssee. Vom Waldpark- platz Innerwald sind 880 Höhenmeter auf teilweise etwas steilem Weg durch den Bergwald zu überwinden, zum Aufstieg bis zum Gipfel benötigt man etwa zweieinhalb bis drei Stunden.

Wandberg, 1454 Meter

Eine zu allen Jahreszeiten beliebte Wanderung führt vom tirolerischen Wildbichl, kurz hinter Sachrang, auf die 1040 Meter hoch gelegene Wildbichlalm und weiter über die Käserei Burgerhütte (1318 Meter) und das Wandberghaus (1350 Meter) auf den 1454 Meter hohen Wandberggipfel. Man fährt von Wildbichl zum so genannten Ritzgraben, 740 Meter. Auf dem Wirtschaftsweg geht es, auch für Kinderwagen geeignet, in einigen Kehren in einer Stunde zur Wild- bichlalm. Von da ist der Wandberggipfel mit wunderschöner Aussicht in Kaisergebirge und Zentralalpen in etwa eineinhalb Stunden erreicht, die oben erwähnte Variante dauert etwas länger.

Geigelstein, 1813 Meter

Der Geigelstein ist nicht nur der höchste Gipfel in den bayerischen Chiemgauer Alpen, er und der 1661 hohe Nachbarberg Breitenstein sind auch als "Blumenberge" weithin bekannt. Aufstiege führen von Sachrang und Schleching hinauf. Vom Parkplatz bei Sachrang auf 730 Meter Höhe, erreicht man nach zweieinhalb Stunden die 1411 Meter hoch gelegene Priener Hütte. Von dort sind es noch mal etwa zwei Stunden, am Schluss durch Latschen, bis zum Geigelsteingipfel. Vom Talort Schleching kann man, wenn sie fährt, mit der Geigelsteinbahn etwa 500 Höhenmeter fahren. Sonst geht es beachtliche 1180 Höhenmeter vom 630 Meter hoch gelegenen Ausgangspunkt Geigelsteinbahn über Wuhrstein-Alm und Wirts-Alm hinauf.

Hochgern, 1744 Meter

Der Hauptwanderweg auf den Hochgern führt vom Parkplatz (640 m) über der Burg Marquartstein nach 400 Höhenmetern und eineinhalb Stunden zur Agersgschwendt-Alm und nach weiteren eineinhalb Stunden zum 1461 Meter hoch gelegenen Hochgernhaus. Von hier aus hat man schon einen schönen Blick in die Berge. Nochmals etwa eine Stunde benötigt man, bis der Gipfel erreicht ist. Der Hochgern gilt als einer der Paradeberge der Chiemgauer Alpen und ist für seine grandiose Aussicht berühmt.

(Text und Fotos: Gerhard Niessen)

Bild links oben: Ausblick vom Pendling auf "Zahmen" (links) und "Wilden Kaiser" (rechts).

Bild rechts oben: Trollblumen unter dem Geigelsteingipfel.
Artikel vom 02.09.10
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