Altbayerische Heimatpost
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Mir schaun de Leit aufs Mei

Träume

Bei uns sogt man net nur „Guade Nacht“, wenn ma schlafen geht, sondan a „Träum   was schönes.“ An Großteil seines Lebens verschlaft ma, und a jeda tramt dabei mehr oda weniga. Tagträuma trama praktisch dauernd, dös gibt’s aa. Manche Träume san so intensiv, dass da nexte Tog davo obhängt. Und manche Träume kehrn imma wieda. So as Mathe-Abitur, dös verfolgt mi dauernd, und es kummt nia ebbs Positives raus. Entweda i kumm zu spät, oda in da Klass san welche scho fertig mit de Aufgabn und i bin no beim Lesn derer. Wos mi dann so ärgat, dass i an ganzn drauffolgendn Tog an Grant schiab. Nach so am Tram is da nexte Tog praktisch g’laffa. Im Grund is es nur as schlechte Gwissn, wos oan do a Lebm lang verfolgt.
Ganz andas und in Schwarz-Weiß san Träume aus da Kindheit, zum Beispui, wo da Opa mit mir aus da Provinz nach Minga g’fahrn is und mir aufs Oktobafest ganga san. Ganz deitlich siech i do no den oidn Hauptbahnhof mit dem kloan Zaun vorm Bahnsteig. Do hot ma a Bahnsteigkartn braucht, wenn ma zu de Gleis woit. Und de kloana Gschäfta rund uman Bahnhof, do hot ma no Anfang da 60er Johr gsehng, dös san de direktn Nachfolga vom Pasinger Schwarzmarkt. Und doch war für de Provinzler des de große weite Welt. Und für a so kloans Kind, des nur oa Ziel ghabt hot, nämlich auf d’Wiesn zum geh, war des nebensächlich. Und auf da Wiesn foin Details auf, etwa dass zu dera Zeit de Bedienunga koane Dirndln o’gahbt hom, sondan a g’scheide Bedienung imma in Schwarz oda Schwarz/Weiß ozogn war. Mit am kloan weißn Schürzal uman schwarzn Rock bundn, und in de ganz vornehma Etablissements mit am weißn Haarreifn mit Rüschn dro. De siecht ma heit nur no in da Dallmeierschn Kaffeewerbung. Insgesamt is des a scheena Traum, wenn a so vui Unwesentliches stört. Des oanzige wos in so am Traum Stress macht is, wia bring i den Opa in seim Surrus wieda hoam und rechtzeitig zum Zug. Des is oba a dunkle Szene in dem Traum.
Es gibt Leit, de hom Verfolgungsträume und des imma wieda, oda sie wern im Traum ermordet. Des is natürlich a psychologisches Phänomen. Je weita ma vo Bayern nach Südn fahrt, um so mehra beschäftign sich de Leit mit dem, wos sie trama. In Süditalien wird danoch sogor Lotto g’spuit, wird as Wetta vorherg’sagt, oda die Zukunft übahaupt. Dann wird im Innerstn nachg’forscht, wos da Grund is füar so manchn Traum, und a Prognose g’steiht. Egal: manche Träume san so schee, do mog ma gor net aufwacha!
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Mehr über das Leben und die Menschen in Bayern lesen Sie in der nächsten Ausgabe der Altbayerischen Heimatpost