Erfülltes Kirchenkonzert

Altenmarkt (ek). Beim Konzert des Adam-GumpelzhaimerChores in der Stiftskirche Baumburg konnte die Lufttemperatur in diesem „Eiskeller mit sakraler Ausstattung“ dem inneren Wohl- und Wärmegefühl der Zuhörer nichts anhaben. Diese waren von den Beiträgen des Chores (Leitung Wolfram Heinzmann) und der Baumburger Chorspatzen (junge Mädchen) und Chorküken (ganz kleine Mädchen) unter der Leitung von Sonja Kühler begeistert. Kühler übernahm auch die Orgelparts; dazu setzte die Gumpelzhaimer Brass (Robert Huber, Hans Schnell, Markus Urbauer, Jörg Schmitt) solistische Akzente und begleitete aufmerksam.
Wolfram Heinzmann mit dem Kinderchor, dahinter der AdamGumpelzhaimer-Chor.
In froh schwingendem Rhythmus leitete sie mit „Fair Phyllis I saw“ ein; in der Mitte des Konzerts spielte sie, kurz und festlich, „Ding Dong! Merrily on High“, harmonisiert von Charles Wood. Mit „Alma redemptoris mater“ von Giovanni Perluigi Palestrina machte Wolfram Heinzmann, der neue Chef des Chores klar, dass er die hohe Schule des a cappella-Gesanges wie seine Vorgänger hochhält; Anton Bruckners Komposition „Virga Jesse“, die innig beginnend zu stimmgewaltigen Steigerungen führte, und „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ von Johannes Eccard, dem „Vater der protestantischen Chormusik“, bestätigten diese Hochschätzung nachdrücklich.

Das „Volksgut“ vertraten, überzeugend in seiner schlichten Fassung für Chor, Solisten und Bläser, „Nun es nahen sich die Stunden“ und „Joseph, lieber Joseph mein“ in einer Bearbeitung für Männer- und Frauenchor, Gesamtchor und Orgelbegleitung des ehemaligen Chorleiters Michael Anderl, der in dieser gelungenen Symbiose seine baierischen Wurzeln nicht verleugnete. Auch Sonja Kühler bereicherte den Konzertnachmittag: an der großen Orgel spielte sie eine „Pastorella“ von Johann Gottfried Walther und, in schwebendem 6/8el-Rhythmus, ein weiteres Hirtenstück, die „Pastorale“ von Cécil Chaminade.

Drei größere Werke flankierten partnerschaftlich, nicht beherrschend, das Gesamtprogramm. Bei den drei Strophen von „A Hymn to the Virgin“, die Edward Benjamiin Britten als 17-jähriger Schüler komponiert hat, kommentierte ein klangschönes, homogenes Quartett von Gesangssolisten (Ursula Amann, Gabi Unterhuber, Richard Eschelbeck, Joachim Bernhart) in lateinischer Sprache den sich von behutsamer Diktion zu jubelndem Preis steigernden englischen Text des Chores in gemeinsamer staunender Freude. Bei Max Ehams „Missa Carminum“ aus dem Jahr 1984 waren in die lateinischen Messteile weihnachtliche Weisen wie Goldfäden eingewoben, die der Kinderchor mit Hingabe und Begeisterung sang.

Der absolute Star der modern-rhythmischen Kirchenmusik ist wohl John Rutter, der es versteht, christlichen Inhalten auf originelle Weise ein zeitgenössisches musikalisches Gewand zu geben. Sein „Star carol“ entwickelte sich mit Chor, Kinderchor und Orgelbegleitung zur effektvollen Schlussmusik des Kirchenkonzertes, bevor der freundliche und warmherzige Segensspruch von Pfarrer Stigloher und das gemeinsame Schlusslied „Herbei, o ihr Gläubigen“ eine kurze Stunde erfüllten Lauschens beendeten.
Artikel vom 21.01.12
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