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„Grüne Positionen eingebracht“

Trostberg (gr). „Wir sind nicht nur ein Debattierclub, bei uns steht die Aktion im Vordergrund. Bei allen Entscheidungen im Stadtrat war unsere Position klar, transparent und gut begründet, also auch berechenbar.“ Das sagte Ortsvorsitzender und Fraktionschef Bernd PAETZELT beim Dreikönigstreffen seiner Gruppierung im Gasthaus Heiligkreuz. Er ließ die Arbeit im Stadtrat Revue passieren und stellte fest, dass er und seine Gruppierung vor allem Transparenz einfordern.
„Die Straße ist kein Müllplatz – haltet Trostberg sauber“. Dies ist eine der zentralen Anliegen des Naturschutzreferenten Peter Kirchgeorg. Foto: gr
PAETZELT zählte eine ganze Reihe von Entwicklungen auf, die die Handschrift der Trostberger Grünen tragen. Er nannte zum Beispiel die Etablierung der Regionalwährung „Chiemgauer“, die sich auch 2009 gut entwickelt habe. Die Zahl der beteiligten Geschäfte steige stetig. Leider hätten die Vereine das Potential des Chiemgauers für ihre Finanzen noch nicht entdeckt. Als Riesenerfolg wertete der Grünen-Chef die Stadtreise nach Regensburg, die von Stadtrat Peter Kirchgeorg organisiert worden war. Die Vorbereitungen für den Ausflug nach Augsburg am 8. Mai laufen bereits. Als Aktivpunkte zählte PAETZELT unter anderem die Regional- und Biomärkte im Postsaal auf, die inzwischen mit einem Begleitprogramm (unter anderem Stephan Zinner) durchgeführt werden. Das größte Projekt, das der Ortsverband aufdie Beine stellen konnte, war nach PAETZELTs Angaben aber das Bürgersolarkraftwerk auf dem Gymnasiumsdach, das umweltfreundlich Strom aus Sonnenenergie gewinnt.

Die Arbeit der Grünen im Stadtrat sei „immer sachorientiert“. Die Grüne Fraktion stehe dafür ein, Interessen und auch Konflikte, die in der Stadt vorhanden sind, im Stadtrat zur Sprache zu bringen. Kontroverse Debatten seien da ganz natürlich, die Suche nach einem Ausgleich auch. „Grundsätzlich sehen auch wir Grünen die Arbeit im Stadtrat auf einem guten Weg.“ Die Sachorientierung von Bürgermeister Schleid sei dabei ein positiver Faktor. Seine Sichtweise auf die Hinführung der Grünen zu einem vernünftigen Weg und sachlichen Umgang miteinander gehe aber an der Realität völlig vorbei. „Wir Grünen waren von der ersten Stunde an im Stadtrat schon da, wo unser Bürgermeister das ,zu integrierende Kind‘ hinbringen möchte. Wir waren nicht ein einziges Mal unvernünftig oder gar ausfallend. Es sei denn, eine gut begründete aber abweichende Meinung wird als unvernünftig angesehen.“

In seiner Rückschau kam PAETZELT auch aufs Thema AlzChem zu sprechen. Er zeigte sich überzeugt, „dass gerade die hohe öffentliche Aufmerksamkeit Druck auf die neuen Eigner ausgeübt hat, sich weniger radikal als in den ersten Tagen zu gebärden“. So habe auch die Anfrage von Sepp Daxenberger an die bayerische Staatsregierung diesem Zweck gedient, „Öffentlichkeit zu schaffen und Hinterzimmer gewisser Herren zu durchlüften“.

Die von den Trostberger Grünen ausgearbeitete Anfrage vom 16. November an die Staatsregierung sei der Startschuss, die Initialzündung für alles weitere positive gemeinsame Engagement für die Arbeitsplätze bei der AlzChem gewesen. „Bis dahin war Trostberg erstarrt, wie das Kaninchen vor der Schlange.“

Auch wenn es außerhalb der Vorstellungskraft mancher liege, „waren und sind wir Grüne für Arbeitsplätze und Gewerbeentwicklung und begrüßen jeden Investor.“ Nach wie vor gelte aber, „dass andere Güter und Interessen sorgfältig abgewogen werden müssen. Wir sind nicht um jeden Preis für Industrie und nicht um jeden Preis für jedwede Projekte der Industrie. Wir lassen uns keine Augenbinden anlegen und werden nicht vorauseilend gehorsam sein. Dazu haben uns die Trostberger nicht in den Stadtrat gewählt.“

Für das neue Jahr hat sich die Fraktion eine Menge Arbeit auf die Fahnen geschrieben. Unter anderem werde man weiter aktiv am Thema Stadtwerke dranbleiben, werde sich in die Diskussion um die Ostumfahrungvon Altenmarkt und die Westumfahrung von Trostberg einzubringen, werde sich mit der Erweiterung der Papierfabrik Hamburger Rieger befassen, werde die Arbeit in der Gruppe „Fahrrad- und fußgängerfreundliches Trostberg“ vorantreiben, werde weiter ein Auge auf die Entwicklung der AlzChem haben, werde vor allem aber auch versuchen, beim Thema Klimaschutz weiterzukommen. „An den Antworten zu arbeiten und um bei diesen Themen die Grüne Sicht der Dinge zu artikulieren, allein dafür schon ist unsere Arbeit hier in Trostberg unabdingbar. Erst recht dann, wenn wir die Chance nutzen, Entscheidungen anders aussehen zu lassen, als ohne uns“, stellte PAETZELT fest.

Die Grüne Jugend Trostberg hatte im vergangenen Jahr ihren Arbeitsschwerpunkt bei der Mithilfe beim Tansaniafest im Juli. Ausschließlich organisiert von jungen Leuten, konnte es sich trotz schlechten Wetters eines regen Besuchs erfreuen. Mit einem Erlös von über 2000 Euro leistete es einen Beitrag zu den tansanischen Schulprojekten der Familien Bartl und Penn.
Artikel vom 08.01.10
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